Erneuerbare Energien und Energieeffizienz

Rahmenbedingungen

Die Rahmenbedingungen des Stromsektors in Kenia zählen zu den am weitesten entwickelten in Sub-Sahara Afrika. Die zahlreichen Reformen, mit denen die Regierung in den letzten 15 Jahren den Wettbewerb gefördert und Effizienzsteigerungen vorangetrieben hat, zeigen ihre positive Wirkung. Die Anzahl der Menschen mit Zugang zu Elektrizität hat seit 2006 jährlich um durchschnittlich ca. 17 % pro Jahr zugenommen. Die aktuell installierten Stromerzeugungskapazitäten betragen 1.780 MW und sind damit seit 2006 um gut 50 % gestiegen. Trotz dieser Fortschritte ist die Stromversorgung weiterhin unzuverlässig. Immer noch haben nur ca. 30 % der Bevölkerung Zugang zu Elektrizität. Im ländlichen Raum, vor allem im dünn besiedelten Norden, sind weniger als 5% der Haushalte an das Stromnetz angeschlossen. Stromausfälle sind aufgrund des anhaltenden Nachfrageüberschusses sowie der in vielerlei Hinsicht mangelhaften Übertragungs- und Verteilungstechnik nach wie vor alltäglich. Der weitaus größte Teil des kenianischen Energieverbrauchs (68%) wird weiterhin durch Biomasse abgedeckt und vor allem zum Kochen benutzt. Gerade im ländlichen Raum nutzen über 90% der Haushalte diese Energieform.

Ziel und Ausrichtung der deutschen Entwicklungszusammenarbeit

Ziel der deutschen Entwicklungszusammenarbeit ist es, zu einer nachhaltigen und verlässlichen Stromversorgung in Kenia beizutragen. Dabei wird die Nutzung erneuerbarer Energien (Geothermie, Solarenergie, Wasserkraft) unter Einbeziehung des Privatsektors gefördert. Gleichzeitig soll aber auch das Stromversorgungsnetz mit gezielten Maßnahmen gestärkt werden, zum Beispiel durch Netzausbau, Netzstabilisierung, Netzeffizienz und Verlustreduzierung sowie intelligente Netzsteuerungssysteme. Im Rahmen der Deutschen Klima- und Technologieinitiative wird die Solarenergie in den ländlichen Regionen Kenias gefördert. Netzungebundene Lösungen sollen dazu beitragen, eine kostengünstige und nachhaltige Stromversorgung im ländlichen Raum zu ermöglichen.Ergänzt werden diese Maßnahmen durch das „Energising Development“ (EnDev) Programm, das in mehr als 20 Ländern umgesetzt und neben Deutschland auch durch andere Geber unterstützt wird. Das Programm hat die Verbreitung effizienter Energietechnologien für den Haushalt zum Ziel, wie zum Beispiel energiesparende Öfen zum Kochen oder Minisolaranlagen zur Erzeugung von Licht.

Beispiele: Was wurde bisher erreicht?

Im Rahmen der Finanziellen Zusammenarbeit wurden sowohl geothermische Kraftwerken und die zugehörigen Erschließungsmaßnahmen als auch Rehabilitierungsmaßnahmen für Wasserkraftwerke finanziert. Es wurde dazu beigetragen, kostengünstige und umweltfreundliche Stromerzeugungskapazitäten von insgesamt 470MW bereitzustellen – Elektrizität, die in das nationale Netz eingespeist wird. Dafür wurden insgesamt € 123 Millionen bereitgestellt.

Im Rahmen der Technischen Zusammenarbeit wurde gemeinsam mit politischen Trägern geeignete Standorte für die Installation von netzfernen Hybrid-Systemen (Solar PV/Diesel) identifiziert. Die Installation von zwei Anlagen mit Privatsektorbeteiligung befindet sich in Planung. An der Strathmore Universität wird zudem die Ausbildung von Solartechnikern unterstützt.

Im Rahmen Programms EnDev wurden vom 2006 bis 2013 in insgesamt etwa 1.450.000 Haushalten und ca. 4.500 Institutionen sowie Kleinbetrieben brennholzsparende Kochherde unter strikter Anwendung eines kommerziellen Ansatzes (Kunde zahlt Vollpreis für das Produkt) installiert. Damit können jährlich fast 1.050.000 Tonnen CO2 und ungefähr 1.600.000 Tonnen Feuerholz eingespart werden, was einer Fläche von ca. 87.516 ha Naturwald entspricht. Daneben verkauften die etwa 250 vom Vorhaben unterstützten Kleinhändler ca. 29.000 kleine Solarsysteme an ländliche Haushalte.

Erneuerbare Energien und Energieeffizienz

Working with Energy

Datenblatt: EZ mit Kenia im Energiesektor