Humanitäre Hilfe

Die Bundesregierung leistet humanitäre Hilfe in zahlreichen aktuellen Krisengebieten der Welt. Diese wird bedarfsorientiert dort eingesetzt, wo die Regierung des betroffenen Staates dies nicht selbst in ausreichendem Maße kann oder will. Entscheidendes Erfolgskriterium für ihren bedarfsgerechten und effizienten Einsatz ist insbesondere die Koordinierung von Hilfsmaßnahmen mit anderen humanitären Akteuren. Die Bundesregierung unterstützt daher die Arbeit des Büros der Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA). Aufgabe von OCHA ist es, die Aktivitäten der unterschiedlichen Hilfsorganisationen in humanitären Notlagen zu koordinieren, so dass diese effizient und zielgerichtet bei den notleidenden Menschen ankommen und ihre Wirkung entfalten. Nahrungsmittelhilfe des WFP Nahrungsmittelhilfe des WFP (© Deutsche Botschaft Nairobi)

Internationale humanitäre Hilfe ist auch in Kenia und in Somalia von großer Relevanz:

In Somalia, wo die politische und Sicherheitslage nach wie vor von hoher Fragilität gekennzeichnet ist, führen zusätzlich regelmäßige Dürreperioden und Überschwemmungen zu Krisensituationen, in denen die betroffenen Menschen auf internationale humanitäre Hilfe angewiesen sind. Diese Gemengelage, zuletzt verstärkt durch die extreme Dürre im Jahr 2011, führte zudem zu enormen Flüchtlingsbewegungen, die sich auch in erheblichem Maße auf Somalias Nachbarstaaten auswirken: Noch immer gelten viele hunderttausend Menschen in und aus Somalia als Binnenvertriebene, die innerhalb Somalias an halbwegs sicheren Orten Zuflucht gefunden haben. Zudem leben ca. 1 Million Somalier in Flüchtlingslagern in an Somalia angrenzenden Staaten – so auch in Kenia:

In den Flüchtlingslagern in Kakuma (Turkana County) und Dadaab (Garissa County) leben insgesamt ca. 426.000 Flüchtlinge aus Somalia, in Kakuma zudem ca. 87.000 Flüchtlinge aus Südsudan. Kenia ist damit eines der Länder mit den höchsten Flüchtlingsaufkommen der Welt. Das Land und seine Regierung stehen hierdurch vor besonderen Herausforderungen, die sie nicht alleine bewältigen können. Internationale humanitäre Hilfe ist aus diesem Grunde in Kenia besonders gefordert. CARE-Projekt Dadaab CARE-Projekt Dadaab (© Deutsche Botschaft Nairobi) Die Bundesregierung beteiligt sich hieran substantiell und unterstützt in Kenia die Arbeit des Hohen Flüchtlingskommissars der Vereinten Nationen (UNHCR, in 2013 in Höhe von 3,2 Mio. EUR, 2014: 2,0 Mio. EUR), des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen (WFP, 2013: 2 Mio. EUR, 2014: 1 Mio. EUR) sowie von NGOs (2013: 1,25 Mio. EUR) für Projekte und lebensrettende Hilfsmaßnahmen in den Flüchtlingslagern.