Entwicklung des Wasser- und Sanitärsektors

Rahmenbedingungen

Kenia zählt gemäß internationaler Kriterien zu den „wasserarmen“ Staaten. Angesichts der andauernden Zerstörung der wichtigsten Wassereinzugsgebiete, der zunehmenden Verschmutzung der Wasserressourcen sowie der im Zuge des Klimawandels zunehmend unregelmäßigeren und regional ungleich verteilten Niederschläge leiden weite Teile des Landes unter den Auswirkungen der Wasserknappheit.

Trotz erheblicher Reformen und Investitionen in den vergangenen Jahren ist die Infrastruktur in der Wasserver- und Abwasserentsorgung nach wie vor unzureichend. Nach aktuellen Schätzungen verfügen nur ungefähr die Hälfte der städtischen Bevölkerung über Zugang zu sauberem Trinkwasser und zu hygienisch akzeptablen (Basis-) Sanitäreinrichtungen. Als Konsequenz der geringen Zugangsraten stellen durch schmutziges Wasser hervorgerufene Krankheiten eine der wesentlichen Gesundheitsgefährdungen für die kenianische Bevölkerung dar. Besonders betroffen sind dabei einkommensschwache Bevölkerungsschichten in dicht besiedelten Armutsgebieten – hier vor allem Frauen und Kinder.

Eine Verbesserung der Trinkwasser- und Sanitärversorgung wird zusätzlich durch das hohe Bevölkerungswachstum und die stetige Urbanisierung mit einem jährlichen Wachstum der Städte um bis zu 10 % erschwert. Schätzungen zufolge soll sich der Anteil der städtischen Bevölkerung in Kenia bis zum Jahr 2030 auf 60% verdoppeln und der Wasserbedarf dabei vervierfachen.

Ziel und Ausrichtung der deutschen Entwicklungszusammenarbeit

Im Schwerpunkt Wasser- und Sanitärversorgung konzentriert sich die deutsche Entwicklungszusammenarbeit mit ihren Durchfürhungsorganisationen KfW und GIZ auf den städtischen Bereich. Ziel ist es, den nachhaltigen und gleichberechtigten Zugang zu sauberem Wasser und grundlegenden sanitären Einrichtungen in städtischen Gebieten zu sichern und die Wasserressourcen zu schützen. Hierzu wird die deutsche Entwicklungszusammenarbeit die Reformen für eine Verbesserung der Rahmenbedingungen fördern, Investitionen in die Infrastruktur in den mittelgroßen Städten am Viktoriasee und in der Wachstumgsregion Nairobi unterstützen, landesweit besonders armen städtischen Gebieten durch den nationalen Water Services Trust. Bei allen Ansätzen wird auf den Schutz der Umwelt durch ein nachhaltiges Wasserresourcenmanagement geachtet.

Beispiele: Was wurde bisher erreicht?

Zur Unterstützung der Wasserver- und Basissanitärversorgung in städtischen Armutsgebieten, insbesondere in Slums und informellen Siedlungen, wurde der Kenya Water Services Trust Fund aufgebaut und unterstützt. Seit 2009 haben mit Unterstützung der deutschen Entwicklungszusammenarbeit mehr als 1,6 Millionen Menschen in städtischen Armutsgebieten einen verbesserten Zugang zur Wasserversorgung, mehr als 150.000 Personen Zugang zu Basissanitäreinrichtungen erhalten. Weiterhin haben bislang mehr als 400.000 Menschen einen nachhaltigen Zugang zur Wasserversorgung in den von der deutschen Entwicklungszusammenarbeit unterstützen sechs Städten in Westkenia (Kitale, Bungoma, Webuye, Kericho, Kisii, Nyamira) erhalten.

Gemäß den jährlichen Berichten des Wasserregulierers, der die Leistungen von 65 Wasserunternehmen bewertet, gehören die drei besten Wasserversorger zu denjenigen, die in der Vergangenheit von der deutschen Entwicklungszusammenarbeit unterstützt wurden.

Auf nationaler Ebene konnte zudem erfolgreich das Ziel der Bekämpfung der Armut in den zentralen politischen Strategien und das Menschenrecht auf Wasser in einer modernen Gesetzgebung fest verankert werden.

Konflikte um Wasser sind in Teileinzugsgebieten dank der Tätigkeit von Wassernutzervereinigungen sowie der Ausgabe von Wassergenehmigungen zur Steuerung einer übermäßigen Entnahme zurückgegangen. Eine neu eingeführte partizipative Einzugsgebietsplanung ist in Kenia jetzt Standard.